„Eine tolle Gruppe“Dienstag, 29. August 2017

Diese Schüler nutzten die Gelegenheit, am „Talent-Campus“ teilzunehmen. Foto Metz

SENDENHORST Während andere Schulen noch im Tiefschlaf schlummerten, ging es in einem Klassenraum der Realschule St. Martin am vergangenen Freitag fröhlich zu.

16 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren freuten sich auf den angekündigten Besuch. Es handelte sich um die Menschen, die ihnen die Teilnahme an einem vierwöchigen „Talent-Campus“ ermöglicht haben. Sie begrüßten ihren Besuch mit einem fröhlichen „Guten Morgen“. Und das ist für sie inzwischen selbstverständlich – und doch auch irgendwie nicht, denn alle Kinder kommen aus Flüchtlingsfamilien.

Sie kommen aus Weißrussland, dem Iran, aus Syrien, Rumänien und Albanien. Und sie haben vier Wochen ihrer Ferien dazu genutzt, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig in strukturierten und immer sozialpädagogisch begleiteten Einheiten ihre Freizeit miteinander zu verbringen.

Organisiert wurde der „Talent-Campus Ferien“ durch den Deutschen Volkshochschulverband. An diesen hatte sich Gerd Wilpert, Leiter der Realschule St. Martin, gewandt, um für einige seiner Schüler dieses Ferienbildungsprogramm auf die Beine zu stellen. Konkret waren es Honorarkräfte der VHS Ahlen und eine Deutschlehrerin der Realschule, die die Kinder unter ihre Fittiche genommen hatten und nun zum Ende der Aktion voll des Lobes waren.

Fortschritte gemacht

„Alle haben tolle Fortschritte gemacht“, freute sich Lehrerin Martha Christen, die ebenso wie die Mitarbeiter der VHS vor allem vom Engagement der Kinder begeistert war. Selbst die beiden, die ganz ohne Deutschkenntnisse gestartet waren, trauten sich nach vier Wochen schon, Deutsch zu sprechen. Dafür sprachen ihnen Kirsten Rolf und Helga Rhoden als Vertreter der VHS Ahlen ein großes Kompliment aus: „Ich habe selten einen Kursus erlebt, der so zusammengewachsen ist. Sie haben da eine tolle Gruppe geformt.“

Dem Besuch war am Freitag aber nicht nur zum Lachen zumute. Gerd Wilpert musste berichten, dass der ganze „Campus“ durch eine Aktion des Kreises Warendorf sehr belastet worden sei. Denn zwei Jungen waren mit ihrer Familie nach Albanien abgeschoben worden. „Es waren zwei Jungen, für die es die besten Prognosen gab“, so Wilpert, der beklagt, dass auf diese Weise ehrenamtlichem Engagement großer Schaden zugefügt werde. „Damit fällt man den Menschen, die sich engagieren, in den Rücken.“

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Beitrag von: Annette Metz
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