Berlages blaues (Gra)WunderMittwoch, 28. Mai 2014

Carsten Grawunder konnte gleich am Sonntag viele Gl├╝ckw├╝nsche entgegennehmen. Foto dz

DRENSTEINFURT Am 23. Juni wird Stewwert ein neues Stadtoberhaupt bekommen. Mit einem hauchdünnen Vorsprung konnte sich Herausforderer Carsten Grawunder nach einem überaus spannenden Wahlabend gegen Amtsinhaber Paul Berlage durchsetzen.

50,77 zu 49,23 Prozent – 4224 zu 4096 Stimmen: So lautet das vorläufige Endergebnis der Bürgermeisterwahl in Drensteinfurt, das erst nach 22 Uhr feststand.

Grawunder, der parteilose Herausforderer, der von SPD und Grünen unterstützt wurde, hat insgesamt zehn der 17 Stimmbezirke holen können. Auffällig: Im Ortsteil Drensteinfurt konnte der CDU-Kandidat Berlage nicht in einem einzigen Bezirk die Mehrheit der Wähler hinter sich bringen. Er holte seine Stimmen vor allem in seinem Wohnort Rinkerode sowie in Mersch und Ameke. Walstedde präsentierte sich zweigeteilt: Beide Kandidaten konnten sich je einen der beiden Bezirke sichern.

"Es tut schon weh"

2009 hatte Paul Berlage im Rennen gegen den FDP-Kandidaten Norbert Tschirpke noch fast 85 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen können. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 62 Prozent – dieses Mal sogar bei 65,35 Prozent. Der Noch-Bürgermeister zeigte sich tief enttäuscht: „Den Wahlausgang habe ich nicht erwartet. Es tut schon weh, nach 22 Jahren Arbeit für die Stadt so plötzlich gehen zu müssen.“ Die „Kampagne mit den vielen persönlich diffamierenden Leserbriefen“ habe ihn sehr getroffen. Froh sei er jedoch über das hohe Vertrauen der Bürger aus seinem Wohnort Rinkerode. Berlage bereitet nun die geordnete Übergabe der Verwaltung vor.

Freude herrschte hingegen beim Wahlsieger: „Ich war schon vorsichtig optimistisch, dass es klappen könnte“, gab Sieger Grawunder im DZ-Gespräch zu. „Ich und mein Team haben so viel Energie in diesen Wahlkampf gesteckt, dass wir schon enttäuscht gewesen wären, hätte es nicht geklappt. In der Nacht habe ich dann auch deutlich entspannter geschlafen. Die Nervosität vor dem Wahlsonntag war schon enorm.“

Konstituierende Sitzung

Der 47-Jährige ist gestern an seinen Arbeitsplatz im Polizeipräsidium Münster zurückgekehrt, um seine Nachfolge zu regeln. Denn am 23. Juni wird er offiziell in sein neues Amt eingeführt. Die konstituierende Sitzung des Stadtrates ist am 24. Juni.

Für diesen musste auch die CDU selbst Verluste hinnehmen. Sie kam bei der Ratswahl nach Auszählung von 16 der 17 Stimmbezirke (im Bezirk 13 muss nach dem Tod des Grünen Direktkandidaten Johannes Deventer am 15. Juni nachgewählt werden) auf 48,7 Prozent (-5,7 Prozent) und büßt damit vielleicht ihre absolute Mehrheit im Rat ein. Zweitstärkste Fraktion wird wohl die SPD mit 23,3 Prozent (+6,2 Prozent), dicht gefolgt von den Grünen mit 19,8 Prozent (+0,9 Prozent). Die FDP holte 6,7 Prozent der Stimmen (-2,9 Prozent), Einzelbewerber Manfred Kraft kam auf 1,6 Prozent.

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Beitrag von: Nicole Evering
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