Ans andere Ende der WeltMontag, 31. Juli 2017

Nach Bolivien geht es für Simon Olbrich. Foto Moritz

RINKERODE Nur noch wenige Tage, dann geht es für Simon Olbrich auf eine buchstäblich große Reise. Der Abiturient absolviert eine Freiwilliges Soziales Jahr – und zwar am anderen Ende der Welt.

Sein Abitur hat Simon Olbrich in der Tasche. Nun startet er in ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Dafür reist der 18-jährige Rinkeroder quasi bis ans andere Ende der Welt. Zwölf Monate wird er in Bolivien verbringen und dort in zwei sozialen Einrichtungen für Kinder arbeiten. Am 11. August geht es los.

Der Abiturient absolviert seinen Freiwilligendienst mit dem Programm „Weltwärts“, das von der Bundesregierung finanziell gefördert wird. Ehemalige Schüler seines Gymnasiums hatten die Möglichkeit eines solchen Auslandsaufenthalts im Unterricht vorgestellt. Und im Herbst 2016 war Simon Olbrichs Entscheidung gefallen, sich dem Auswahlverfahren zu stellen.

Andere Bedingungen

„Es ist kein ‚Selbstläufer‘, die Bewerber mussten einige Kriterien erfüllen“, erklärt der Rinkeroder. Denn bei „Weltwärts“ werden die jungen Erwachsenen fast nie für Projekte in Europa, sondern meist in die sogenannten Entwicklungsländer entsandt. Dazu gehört es dann auch, mit den ganz anderen Lebensbedingungen dort klarzukommen.

Simon Olbrich wird in Cochabamba, einer 600.000-Einwohner-Stadt im Herzen des Andenstaates, leben. Daran, dass diese auf einer Höhe von rund 2600 Metern liegt, wird sich der Münsterländer erst gewöhnen müssen. Zusammen mit drei weiteren Freiwilligen teilt er sich dort eine Wohnung. An fünf Tagen in der Woche arbeitet Simon Olbrich jeweils morgens in einer Kita und an den Nachmittagen in einer Hausaufgabenbetreuung für Schulkinder. Getragen werden die beiden Projekte von der Organisation Cristo Vive (Christus lebt).

Mit der Gitarre

Vor allem bei Mathematik will der naturwissenschaftlich interessierte Abiturient den Schulkindern helfen. Aber auch beim Fach Spanisch, das er selbst in der Schule belegt hatte, soll er unterstützen, denn für einen Teil der Kinder ist Quechua die Muttersprache. Wie Olbrich den Kindern auch seinen Sport Tischtennis näher bringen kann, überlegt er noch. Auf jeden Fall aber will er sich mit der Gitarre einbringen. „Mit Hilfe der Musik lassen sich schnell Grenzen überwinden“, ist er überzeugt.

Er sammelt Spenden, um die Trägerorganisation zu entlasten und eventuell eigene Ideen vor Ort verwirklichen zu können, sagt er. Doch vor allem möchte er informieren. Und so richtet er gerade ein Blog, ein Internettagebuch ein, um nicht nur Familie und Freunde auf dem Laufenden zu halten, sondern eben auch, um der Öffentlichkeit die komplexen Probleme des Andenstaates bewusst zu machen.

Und wie ist die mentale Verfassung des 18-Jährigen kurz vor dem einjährigen Aufenthalt fernab der Heimat? „Die Arbeit wird anstrengend. Und mit der Sprache wird es anfangs ein paar Probleme geben“, so seine Einschätzung. Doch „ich bin zuversichtlich“.

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Beitrag von: Birte Moritz
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