Langsam loslegenSonntag, 09. April 2017

Im Kreis Warendorf ist die Zahl der Motorradunf├Ąlle 2016 deutlich zur├╝ckgegangen. Foto DRF Luftrettung

KREIS WARENDORF Blauer Himmel, die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf, die Menschen zieht es nach draußen. Auch die Motorradsaison hat begonnen. Das erfordert von allen Verkehrsteilnehmern Rücksichtnahme.

In den ersten drei Monaten des Jahres sind in NRW bereits 14 Motorradfahrer tödlich verunglückt. „Gerade zum Start der Saison ist es wichtig, sich erstmal wieder mit der eigenen Maschine vertraut zu machen“, so Innenminister Ralf Jäger am Rande eines Fahrsicherheitstrainings der Landesverkehrswacht NRW in Rheinberg. „Jeder Motorradfahrer sollte das immer mal wieder machen. Vor allem denjenigen, die im Winter eine Pause machen“, riet Jäger, der selbst Motorrad fährt.

Der Frühlingsbeginn bedeutet aber auch für Autofahrer, an Kreuzungen und beim Überholen verstärkt mit Zweirädern zu rechnen. „Am besten sollte Unfällen durch umsichtiges Fahrverhalten aller Verkehrsteilnehmer vorgebeugt werden“, so Christoph Lind, Notfallsanitäter der DRF Luftrettung. Diese setzt an 29 Stationen in Deutschland – die nächste ist am Flughafen Dortmund – Hubschrauber für die Notfallrettung ein.

Verkehrsunfallstatistik

Unfälle mit motorisierten Zweiradfahrern im Kreis Warendorf sind glücklicherweise nicht allzu häufig. Die Zahl sank im vergangenen Jahr sogar deutlich um 27 Prozent auf 93 (127) Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizei für 2016 hervor. Einen Todesfall gab es jedoch zu beklagen, als am 13. September eine 22-Jährige bei einem Zusammenstoß mit einem Auto auf der B 475 in Füchtorf ums Leben kam. In diesem Jahr ist laut Peter Spahn von der Polizei-Pressestelle noch nichts Schlimmeres passiert. Strecken beispielsweise im Sauerland seien deutlich unfallträchtiger.

Dennoch hat Straßen NRW in den zurückliegenden Jahren auch im Kreisgebiet verschiedene Präventionsmaßnahmen ergriffen, um die für Motorradfahrer oft schlimmen Unfallfolgen einzugrenzen. Auf der L520 zwischen Sendenhorst und Wolbeck wurde 2016 in einer scharfen Kurve rund ein Dutzend flexible Poller aus Kunststoff aufgestellt. Sie ersetzen die starren Richtungstafeln. Bei einem Aufprall geben die Poller nach, knicken um und richten sich anschließend wieder auf. „Das System ist noch in der Pilotphase“, erklärt Heinrich Lütke-Wenning von der Straßen-NRW-Regionalniederlassung Münsterland. Erst in drei bis fünf Jahren lasse sich ein Fazit ziehen, inwieweit die Poller zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen.

Unterfahrschutz

Gute Erfahrungen habe man hingegen mit dem Unterfahrschutz gemacht, den es seit knapp drei Jahren auf der Umgehungsstraße bei Neubeckum gibt. Unterhalb der eigentlichen Leitplanke sind dort weitere, pendelnde Bleche angebracht, die verhindern, dass ein gestürzter Motorradfahrer unter der Leitplanke hindurchrutscht.

Solche Maßnahmen könnten aber stets nur dazu beitragen, Unfallfolgen zu minimieren. „Wir appellieren an die Motorradfahrer, es gerade zu Saisonbeginn langsam angehen zu lassen“, so Lütke-Wenning. Denn – so heißt es auch in der Verkehrsunfallstatistik der Polizei: „Zu schnelles Fahren ist der Killer Nr. 1.“

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Beitrag von: Nicole Evering
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