Blutarmut drohtSonntag, 02. Juli 2017

Mit einer „Blutspender werben Blutspender“-Aktion versuchen die Verantwortlichen, dem Trend entgegenzuwirken. Foto dpa

KREIS WARENDORF Sommer, Sonne, Sonnenschein? Beim DRK-Blutspendedienst West ist eher trübe Stimmung angesagt, denn das gute Wetter der vorigen Wochen und die Feiertagsdichte sorgen für extrem schlechte Spenderzahlen.

Der Sommer ist prinzipiell nicht die beste Zeit für die Blutspendedienste. „Doch in diesem Jahr ist es wirklich extrem“, sagt Claudia Müller, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes West. Zehn bis 20 Prozent liegen die Zahlen unter den Statistiken der vergangenen Jahre, und schon die waren besorgniserregend.

In den vergangenen Jahren war der Blutbedarf eher rückläufig, hatten sich die Kliniken und Krankenhäuser doch im Rahmen des „Patient Blood Management“ auf einen vorsichtigen, am Patienten individuell orientierten Umgang mit Blutkonserven verständigt. Inzwischen steigt der Bedarf wieder, und der Blutspendedienst sieht sich mit einer „Schere“ aus sinkenden Spenderzahlen und einer höheren Nachfrage konfrontiert. Und so schauen die Verantwortlichen unruhig in Richtung Sommerferien, wohl wissend, dass ihnen dann der nächste Einbruch bevorsteht.

Auswahlkriterien

„Seit mehreren Wochen fehlen uns bei einigen Blutgruppen bis zu 20 Prozent zur Bedarfsdeckung“, lässt Dr. Thomas Zeiler, ärztlicher Leiter des DRK-Blutspendedienstes West, wissen. Noch helfen sich die verschiedenen Institutionen gegenseitig aus, doch schon bald sind strengere Auswahlkriterien vonnöten: Wo sind die dringenden Notfälle? Welche Eingriffe können geschoben werden?

„Eine absehbare Bedrohung“ stelle die derzeitige Situation  für die Patientenversorgung dar. Dabei seien nicht nur solche betroffen, die Opfer eines Verkehrsunfall würden. „Man denke auch an Krebspatienten und Frühgeburten“, nennt Claudia Müller wichtige Bereiche, in denen Blutkonserven gebraucht werden.

Neuspender

Mit einer großen „Blutspender werben Blutspender“-Aktion will das Deutsche Rote Kreuz nun die Spendenbereitschaft erhöhen. Jeder aktive Blutspender, der einen Neuspender zur ersten Blutspende motiviert, darf sich über eine Powerbank freuen –  einen mobilen Akku, mit dem man Smartphone oder Tablet unterwegs aufladen kann. Damit soll vor allem neuer Blutspendernachwuchs aktiviert werden. Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 68 Jahren kommt hierfür in Frage. „Man kann also durchaus auch noch mit 45 oder 55 Jahren zum Blutspendernachwuchs werden“, motiviert Claudia Müller mögliche Neuspender.

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Beitrag von: Dreingau Zeitung / Silke Diecksmeier
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