Watermann-Krass direkt gewähltMontag, 14. Mai 2012

Annette Watermann- Krass (SPD) kehrt in den Landtag zurück. Foto: Evering

DRENSTEINFURT/ SENDENHORST Die eine konnte früh jubeln, der andere musste lange zittern: Annette Watermann- Krass (Foto, SPD) wurde im auch Drensteinfurt und Sendenhorst umfassenden Wahlkreis 87 nach zwei Jahren in der Lokalpolitik wieder  in den Landtag gewählt – und zwar direkt. Ihr Gegenkandidat Henning Rehbaum (Foto, CDU) zieht über die Landesliste auch in den Landtag ein. Das war allerdings erst am späten Sonntagabend klar.

 Auf Watermann-Krass entfielen 42,2 Prozent der Erststimmen, auf Rehbaum 38,9 Prozent. Für die Grünen gab es 6,4 Pozent Erststimmen, für die Piraten 7,1 Prozent, für die FDP 3,2 Prozent und für die Linke 2,2 Prozent, Wahlbeteiligung: 60,1 Prozent. Auf ihren Wahlerfolg angsprochen sagte Watermann-Krass: „Das freut mich riesig!“ Und: „Das haben wir uns verdient“.

Engagierter Wahlkampf

Sie habe einen engagierten Wahlkampf geführt. „Die vielen Hausbesuche und Auftritte haben sich gelohnt“, befand die Sozialdemokratin.
Offensichtlich habe sie die Menschen erreichen können. Sie freue sich nun auf die Arbeit in Düsseldorf und vor allem darüber, dass die SPD wieder einen Abgeordneten aus dem Südkreis in Düsseldorf stelle. Dort habe sie früher an den Themen Umwelt- und Verbraucherschutz gearbeitet. Das wolle sie nun gerne wieder tun und entsprechende Wünsche bei der Fraktionssitzung äußern.

Völlig enttäuscht von dem Wahlergebnis war zunächst Henning Rehbaum (CDU). „Der Rücktritt von Norbert Röttgen war absolut notwendig“, so Rehbaum, der sich als ein Opfer des Landestrends sieht. „Wir haben einen sehr engagierten Wahlkampf geführt und viel Zuspruch erhalten“, erklärte er. Froh stimme ihn, dass sein Erststimmen-Ergebnis bedeutend besser ausfällt als die Zweitstimmen im Wahlkreis.

Nach Mitternacht

Erst weit nach Mitternacht, als er schon längst nach Hause gefahren war, wurde er per SMS über den neuen Stand der Dinge informiert: Der auf Platz 38 der Landesliste gesetzte Politiker zieht doch in den Landtag ein. Durch das schlechte Abschneiden der CDU – die Partei hat wenig Direktmandate gewonnen – griff die Landesliste bis auf Platz 43. „Das freut mich natürlich sehr“, so Rehbaum: „Ich hätte nie geglaubt, dass solch ein schlechtes Abschneiden der CDU auch Vorteile haben kann.“

Nach der für die CDU verlorenen Wahl sieht Rehbaum schwere Zeiten auf den ländlichen Raum zukommen. „Die Landesregierung setzt auf die Ballungsräume“, so der Christdemokrat. Daher wolle er nun, gemeinsam mit vielen anderen Fraktionskollegen, die ebenfalls vom Land kommen und über die Landesliste in den Landtag einziehen, die Ärmel hochkrempeln.

Lokale Ergebnisse

Bei den Zweitstimmen entfielen am Sonntag im Wahlkreis 87 40,1 Prozent auf die SPD (2010: 34,3 Prozent), 32,8 Prozent auf die CDU (40,7 Prozent),  8,4 Prozent auf die Grünen (9,5 Prozent), 6,8 Prozent auf die FDP (5,9 Prozent), 1,9 Prozent auf die Linke (5,0 Prozent), 6,9 Prozent auf die Piraten (1,3 Prozent) und 3,2 Prozent auf Sonstige (3,3 Prozent). Das Wahlergebnis für Drensteinfurt lautet:  CDU 36,2 Prozent, SPD 33,9 Prozent, Grüne 12,2 Prozent, Piraten 5,9 Prozent, FDP 7,9 Prozent und die Linke 1,2 Prozent (Wahlbeteiligung 69,4 Prozent). Sendenhorst stimmte wie folgt ab: CDU 40 Prozent, SPD 32,2 Prozent, Grüne 8,9 Prozent, FDP 8,1 Prozent, Piraten 7,1 Prozent und die Linke 1,3 Prozent (Wahlbeteiligung 64,5 Prozent). dz/jan   

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Beitrag von: Dreingau Zeitung und Jan Schneider
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