Von der Familie getrenntSamstag, 05. Mai 2012

Gaby Steinigeweg will Mustafa Ahmadie einen Besuch bei seiner Familie in Afghanistan ermöglichen. Foto pr

SENDENHORST Mit neun Jahren schwer krank in ein fremdes Land kommen. Ganz ohne Familie und ohne die Sprache zu kennen. Mit dem Wissen, im Heimatland nicht überleben zu können. Mustafa Ahmadie hat dies erlebt, denn seit 2004 befindet er sich in Deutschland.

In Afghanistan gab es keine Möglichkeit, seine rheumatische Erkrankung zu behandeln. So rangen sich die Eltern von Mustafa zu der Entscheidung durch, ihr ältestes Kind zu Verwandten nach Deutschland zu schicken, ohne zu wissen, ob ihm dort geholfen werden kann.

Der Bundesverband Kinderrheuma mit Sitz in Sendenhorst will Mustafa Ahmadie im Sommer eine Heimreise zu seiner Familie ermöglichen – und benötigt dafür dringend Spenden.

Unter großen Schmerzen

„2004 kam Mustafa zum ersten Mal in die Klinik für Kinder- und Jugendrheumatologie im Sendenhorster St. Josef-Stift“, erinnert sich Gaby Steinigeweg, Vorsitzende des Bundesverbandes Kinderrheuma. „Die ersten Behandlungen finanzierte das Stift, bis für Mustafa ein Konstenträger gefunden werden konnte. Durch das Rheuma waren viele Gelenke betroffen, er konnte kaum laufen und sich nur unter großen Schmerzen bewegen.“

Auch die Verständigung sei anfangs schwierig gewesen. Mustafa konnte kein Deutsch und nur ein paar Brocken Englisch. „Zusammen mit einer Lehrerin der Krankenhausschule lernte er aber sehr schnell, sich zu verständigen. Alle Klinikmitarbeiter waren beeindruckt davon, wie schnell er die Sprache lernte und sich in Deutschland zurechtfand“, so Steinigeweg.

Mustafa lebte in den ersten Jahren bei der Familie Osmani, Freunden seiner Familie in Kabul, die auch die Vormundschaft für den Jungen übernahm. Viele Kämpfe mit den Behörden galt es auszufechten bis endlich offiziell bestätigt wurde, dass Mustafa aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nach Afghanistan zurückkehren kann.

Guter Schüler

Seit 2007 lebt er nun in einem Internat in Reken. Mustafa besucht eine Realschule, ist ein guter Schüler und will nach der Mittleren Reife auch das Abitur schaffen und danach studieren.

Durch seine vielen Aufenthalte in Sendenhorst lernten auch die Mitarbeiter des Bundesverbandes Kinderrheuma den Jungen kennen. In den Gesprächen wurde deutlich, wie sehr Mustafa seine Familie vermisst. „Er erzählte davon, dass man in Afghanistan eigentlich nie allein ist, die Familien sind kinderreich. Die Trennung von seiner Familie und die damit verbundene Einsamkeit macht ihm am meisten zu schaffen“, berichtet Gaby Steinigeweg.

Möglichkeiten knapp

Der Bundesverband konnte es Mustafa 2007 erstmals ermöglichen, seine Familie für sechs Wochen zu besuchen. Seit dieser Zeit konnten die Mitarbeiter des Vereins und weitere Förderer Mustafa jedes Jahr einen Flug nach Afghanistan finanzieren. „Leider sind die finanziellen Möglichkeiten des Vereins knapp geworden, und es ist unsicher, ob Mustafa in diesem Jahr nach Hause fliegen kann“, so die Vorsitzende.

Ungefähr 1600 Euro werden für das Flugticket sowie Medikamenten- und Lebenshaltungskosten für sechs Wochen benötigt. Der Verein hofft nun auf Spenden.

Spenden bitte unter dem Stichwort „Mustafa“ an: Sparkasse Münsterland Ost, BLZ 400 501 50, Kto. 70 099 999; Vereinigte Volksbank, BLZ 412 626 21, Kto. 8 233 300.

Fügen Sie diesen Artikel zu den folgenden Social-Bookmarking-Diensten hinzu:
Delicious Facebook Twitter Google Kledy LinkArena Mister Wong MySpace OneView StudiVZ Webnews Yahoo Yigg
Beitrag von: Dreingau Zeitung
Zurück

Einen Kommentar schreiben



Bitte geben Sie die Buchstabenreihe im unteren Bild in das Textfeld über dem Absenden-Button ein.





Es sind noch keine Leserkommentare vorhanden, warum schreiben Sie nicht den ersten?