Umstrittener Name bleibtFreitag, 30. März 2012

Auch die Wagenfeldstraße in Drensteinfurt wurde mit Zusatzschildern ausgestattet. Foto: Schneider.

SENDENHORST Die Karl-Wagenfeld-Straße wird nicht umbenannt. Vorerst zumindest. Damit setzten SPD, CDU und FDP im Stadtentwicklungsausschuss eine Verwaltungsvorlage gegen die Stimme von BfA-Mann Michael Thale durch.

Der westfälische Heimatdichter Karl Wagenfeld ist durch seine Nähe zu den Nationalsozialisten im Dritten Reich in Verruf geraten. Mittels Straßennamen an ihn zu erinnern und ihn so zu ehren, sei in der heutigen Zeit nicht länger hinnehmbar, lautet der Grundtenor. Allerdings: Die Vorgänger der heutigen Kommunalpolitiker hätten das bei der Straßenbenennung anders gesehen oder nicht auf die Informationen zurückgreifen können, die heute vorlägen.

Politische Entscheidung

„Worum geht es hier?“, hinterfragte Michael Thale und gab auch gleich die Antwort. Es gehe zum einen darum, eine politische Entscheidung rückgängig zu machen, und zum anderen darum, nicht länger einen Mann hervorzuheben, der nachweislich antisemitisch und rassistisch dachte, schrieb und handelte. Deshalb müsse der Straßenname getilgt werden.

An den Ausführungen Thales zu Wagenfeld bestand im Ausschuss kein Zweifel, allerdings sahen die meisten Kommunalpolitiker und die Verwaltung Probleme bei der Umsetzung. Zudem hätten Gespräche mit Anwohnern ergeben, dass sie überwiegend keine Namensänderung wünschten. Ihnen würde es reichen, mit einem Legendenschild auf die Rolle Wagenfelds in der NS-Zeit hinzuweisen. Damit sei, so mutmaßte der Bürgermeister, die Diskussion um eine spätere Umbenennung noch nicht beendet.

Zusatzschild

Der Text des Zusatzschildes soll lauten: „Karl Wagenfeld (1869 – 1939), plattdeutscher Dichter, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes, wegen seiner Unterstützung des Nationalsozialismus heute umstritten.“ Zur Umbenennung der Carl-Diem-Straße wird noch eine Lösung erarbeitet.

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Beitrag von: Jürgen Otto
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