Problematisches „Elterntaxi“Freitag, 07. April 2017

Auch diese Kinder, die stolz ihr Schulwegtagebuch präsentieren, nehmen am Projekt „Aktiv zur Schule“ teil. Foto Husmann

ALBERSLOH Hauptsache, das Kind kommt gut zur Schule. Ein Anliegen, das wohl alle Eltern teilen. Da ist sicherlich die Versuchung groß, das Kind ins Auto zu verfrachten und möglichst direkt vor der Schultür abzusetzen.

Und weil das viele Eltern so machen, herrscht vor der Schule früh morgens oder mittags Verkehrschaos. Angesichts dieser Umstände ist die Ludgerusschule bereits im November aktiv geworden. Bei einem Treffen mit Wolfgang Huth und Hans-Günter Wübbels von der Stadt, Polizeihauptkommissar Robert Kempe, der Schulpflegschaftsvorsitzenden Sarah Rehbaum und Schulleiterin Annette Stüer war überlegt worden, wie dem Bring- und Abholchaos mit den gefährlichen Wendemanövern Einhalt geboten werden könnte.

Bauliche oder verkehrsregelnde Maßnahmen scheiden aus, denn die Straße „Wersetal“, die auch als Zufahrt zur Schule genutzt wird, ist eine öffentliche Straße. Also was tun? Gemeinsam kam die Runde zu dem Schluss, mit einem Projekt an die Eltern zu appellieren. Bereits seit einiger Zeit laufen nun an der Ludgerusschule die Projektwochen „Aktiv zur Schule“, in denen unter anderem im Unterricht thematisiert wird, wie sinnvoll es ist, den Schulweg selbst zurückzulegen.

Um Anreize zu schaffen und das Geleistete auch zu dokumentieren, legen die Kinder jeweils kleine Schulweg-Tagebücher an. Die Stadt hat als Motivation eine Überraschung versprochen.

Nur bis zum Parkplatz

Annette Stüer ist sich sicher: „Je weniger ‚Elterntaxis‘ vor unserer Schule vorfahren, desto weniger werden die Kinder durch Wendemanöver und parkende Autos gefährdet.“ Dabei werde berücksichtigt, dass die Schüler ganz verschiedene Wohnorte und Schulwege haben. Nur Schüler, die weiter als 2000 Meter entfernt wohnen, werden mit dem Bus abgeholt. An alle anderen Eltern appelliert Stüer: „Bringen Sie Ihre Kinder bitte nur bis zum Parkplatz an der Werse.“ Von dieser Hol- und Bring-Zone aus, auch als „Kiss-and-Go-Zone“ beschrieben, führe ein sicherer und zudem landschaftlich schöner Weg zur Schule.

Ein „aktiv zurückgelegter Schulweg“ wird im „Schulwegtagebuch“ mit einem „Smiley“ honoriert, um die Kinder zu motivieren – mit einem weit größeren Anliegen: „Über die Kinder wollen wir die Eltern packen“, bringt es Annette Stüer auf den Punkt. „Den Schulweg aktiv zu bewältigen, beruhigt nicht nur die Verkehrssituation“, so die Schulleiterin. Denn auch der Bewegungsdrang der Kinder werde so gestillt.

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Beitrag von: Christiane Husmann
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