Volksbank-Vorstand Martin Weber bedankt sich bei Andreas Kramer und Alexander Wolf (v.l.) aus Sendenhorst. Foto Wittmann
AHLEN/SENDENHORST Für ihre Zivilcourage, den Verantwortlichen des Brandanschlags vom 29. Dezember auf die Hauptstelle in Ahlen dingsfest zu machen, hat die Volksbank Alexander Wolf (24) aus Sendenhorst und Andreas Kramer (42) aus Ahlen mit Worten und Geschenken gedankt.
Obwohl der Täter, ein 45-Jähriger aus Ahlen, eine lange Schraubzwinge und ein Messer dabei hatte, hat ihn Alexander Wolf direkt nach der Tat gepackt, zu Boden gerissen und mit Hilfe von Andreas Kramer festgehalten.
Die „Helden des Jahres 2011“, wie Martin Weber die beiden Männer nannte, habe der Volksbank-Vorstand persönlich kennenlernen wollen. Deshalb hatten er und Paul-Ludwig Rosche sie kürzlich in die Bank eingeladen, um ihnen Dank für die gezeigte Zivilcourage zu sagen. Was die beiden Männer durch ihr „mutiges Eingreifen“ geleistet hätten, sei, so Rosche, vor allem für die Mitarbeiter wichtig, die den Anschlag miterlebt hätten, denn so ein Ereignis löse ein Trauma aus.
Mitarbeiter "beruhigt"
„Man stelle sich vor, der Täter wäre entkommen“, sagte Rosche. Vielleicht hätte er ja nochmals zugeschlagen. Da er aber dingfest gemacht worden sei, hätten die Bankmitarbeiter zumindest in diesem Fall „beruhigt“ wieder zur Arbeit gehen können.
Auch der Polizei hätten Alexander Wolf und Andreas Kramer mühevolle Ermittlungsarbeit erspart, denn diese hätte den Täter vermutlich erst in einem anderen Kreis vermutet. Doch er habe mit der Volksbank nichts zu tun gehabt. Bekannt sei er indes, so Rosche, bei verschiedenen Behörden gewesen. Denn der arbeitslose Ahlener, der sich nun auf richterlichen Haftbefehl in einer Psychiatrie befinde, habe vor seinem Anschlag verschiedene Behörden und Institutionen um Arbeit gebeten. Und habe sich wohl an der Gesellschaft rächen wollen, die ihm diese verweigert habe.
Der Anschlag, bei dem der Mann mit Spiritus oder Benzin gefüllte Flaschen in die Kundenhalle geworfen hat, habe sich in einem Zeitraum von 22 Sekunden abgespielt, erläuterte Martin Weber. Sechs Mitarbeiter und fünf Kunden hatten sich zum Tatzeitpunkt in der Kundenhalle aufgehalten, außerdem noch rund 70 Menschen im Rest des Hauses. Drei Menschen waren verletzt worden. Der Sachschaden wird auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt.