Abschied nicht ohne TrauerSonntag, 17. Dezember 2017

Pfarrer Wilhelm Buddenkotte wird nur noch knapp ein Jahr in Sendenhorst tätig sein. Foto Wehmeyer

SENDENHORST Pfarrer Wilhelm Buddenkotte ist in diesen Tagen viel auf Achse. Und das nicht nur wegen der Vorbereitung der nahenden Weihnachts- und Neujahrsfeste. Nachdem Bischof Felix Genn die Dekanate Ahlen und Beckum zusammengelegt hatte, gibt es für den ehemaligen Dechanten des Dekanates Ahlen noch einiges zu regeln.

Und zudem wollen den Geistlichen derzeit viele Menschen persönlich sprechen, nachdem er in den Gottesdiensten am Wochenende seinen Abschied als leitender Pfarrer der Gemeinde St. Martinus und Ludgerus angekündigt hatte. Nicht sofort, sondern zum 3. Oktober kommenden Jahres. Zu diesem Tag werde ihn Bischof Dr. Felix Genn von seinen Aufgaben in Sendenhorst und Albersloh entpflichten, hat Wilhelm Buddenkotte mitgeteilt.

Im kommenden Jahr wird der 58-Jährige 25 Jahre in Sendenhorst gearbeitet haben, und neben der Seelsorge hat er große Dinge wie die Gemeindefusion, diverse Kirchenrenovierungen, den Bau des Ludgerushauses in Albersloh und einiges begleitet. Für ihn hingegen war anderes – Inhaltliches – mindestens genauso wichtig, sagt er im Gespräch: zum Bespiel „eine gut funktionierende Gemeinde“. Und die habe er immer wieder bei Fahrten mit Jugendlichen nach Frankreich auf den Spuren des Martin von Tours oder bei den Gemeindewallfahrten erlebt. „Die größte Herausforderung war sicher die gut gelungene Gemeindefusion“, sagt Buddenkotte. Dass diese ohne große Reibungen gelungen sei, sei der unvergessene Verdienst der Beteiligten in Sendenhorst und Albersloh, wo eben nicht – wie woanders – der Gedanke aufgekommen sei, dass beim Zusammenschluss einer der Beteiligten etwas verlieren würde. Ein „guter Wille“ habe den Prozess auf beiden Seiten begleitet.

Neue Aufgabe

Nach dem Abschied in Sendenhorst und Albersloh wird er in einer anderen Gemeinde tätig sein, allerdings nicht weiter als Hauptverantwortlicher. „Das Bistum wird mir eine neue Aufgabe übertragen, in der ich mich in einer Pfarrgemeinde als Pastor ,im zweiten Glied’ entsprechend meiner Kräfte in die Seelsorge mit einbringen kann“, erklärt Buddenkotte. Bis dahin werde er sich „weiterhin den anstehenden Aufgaben stellen so gut es mir möglich ist“. Darüber, wohin es ihn führen wird, könne er jetzt noch nicht sprechen.

Bis zum Oktober sei noch viel Zeit, die begonnenen Projekte und Prozesse gemeinsam mit den Gremien der Kirchengemeinde und den ehrenamtlich Aktiven voranzutreiben und „in Ruhe in vernünftige Bahnen zu lenken“, erklärt der Geistliche. Er ist überzeugt, dass es so gelingen kann, seinem Nachfolger eben eine solche „funktionierende Gemeinde“ zu übergeben.

Die Entscheidung, das Amt des leitenden Pfarrers aufzugeben, habe er sich nicht leicht gemacht, erklärt er – seine Mitarbeiter bestätigen das. „Ich bin noch nirgendwo so lange gewesen“, sagt er. Aber Wilhelm Buddenkotte war schwer krank. Zwei Mal hatte er sich großen Operationen zu unterziehen. Er habe gehofft, wieder ganz gesund zu werden – und vor allem genug Kraft für das Amt mit all seinen Aufgabenstellungen zu haben. Doch letzteres habe sich leider nicht eingestellt. Und deshalb habe ihn die Frage, den jetzt angekündigten Abschied zu nehmen, „das ganze Jahr begleitet“.

Eine Generation

Der zweite Aspekt, der ihn zum nun beschlossenen Schritt bewogen habe, sei die Überlegung, ob es der Gemeinde nicht auch gut tun könnte, nach 25 Jahren mit einem neuen Pfarrer zusammenzuarbeiten. Er habe nahezu eine Generation begleitet, macht er an einem Beispiel deutlich: Einen damals jungen Messdiener habe er jetzt vor dem Altar getraut. „25 Jahre sind ein markanter Punkt“, meint der Geistliche.

Da sein Abschied schon jetzt bekannt ist, sei die Chance groß, übergangslos einen Nachfolger zu finden. Die Stelle werde im Januar vom Bistum ausgeschrieben, habe Weihbischof Dr. Stefan Zekorn beim Besuch in Sendenhorst angekündigt. Der Gemeinde gibt Wilhelm Buddenkotte das Signal, dass er „ja noch da“ ist, um mit allen zusammenzuarbeiten. Für sich selbst wisse er, dass irgendwann im kommenden Jahr ein Prozess des Abschiedsnehmens beginne, der sicher nicht ohne Trauer sei.

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Beitrag von: Josef Thesing
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