Rollstuhlfahrer dürfen mitFreitag, 13. Oktober 2017

Die Eurobahn hat neue mobile Rampen angeschafft. Foto Gösmann

DRENSTEINFURT Mehr als ein Jahr war für Rollstuhlfahrer am Drensteinfurter Bahnhof buchstäblich „Endstation“. Nun wurde ein Teilerfolg erzielt.

Aufgrund der zu geringen Bahnsteighöhe fahren Eurobahn und „National Express“ seit einem Jahr keine entsprechenden Rampen mehr aus. Zum Unmut des Drensteinfurter Inklusionsbeauftragten Elmar Rosek, der mit seiner Familie selbst das Nachsehen hatte.

„Seitdem ist viel Zeit ins Land gezogen. Eine Petition beim Düsseldorfer Landtag wurde eingereicht und etlicher E-Mail-Verkehr mit dem ZVM geführt. Seit dem Treffen des Petitionsausschusses mit den beteiligten Unternehmen im Kulturbahnhof wurde eine mobile Rampe an den Bahnsteigen versprochen. Die Anschaffung scheiterte jedoch bisher an fehlenden Zeichnungen“, berichtet Rosek.

Probleme, die jedoch mittlerweile zumindest teilweise behoben sind, so der Inklusionsbeauftragte weiter. Zum einen, weil die entsprechenden Pläne mittlerweile Verantwortlichen des Betreibers „National Express“ zur Prüfung vorlägen. Zum anderen, weil die Eurobahn mittlerweile neue mobile Rampen für ihre Züge angeschafft habe. „Diese sind länger, und somit ist der Einstieg am Drensteinfurter Bahnhof seit neuestem wieder möglich“, so Rosek, der sich von der Funktionsweise persönlich überzeugt hat.

Zwölf Minuten Wartezeit

Am Wochenende hatte er eine Rollstuhlfahrt vom Drensteinfurter Bahnhof nach Münster beim Servicetelefon der Eurobahn angemeldet. „Bis eine Verbindung zustande kam, sind zwölf Minuten Wartezeit vergangen. Und leider konnte die Dame am anderen Ende der Leitung dann keine Auskunft darüber geben, ob der Einstieg für Rollstühle am Drensteinfurter Bahnhof wieder möglich ist“, so der Inklusionsbeauftragte.

Somit machte sich Rosek mit seinen Kindern am Sonntag mit gemischten Gefühlen zum Bahnhof auf. Die Sorgen wurden aber nach Eintreffen des Zuges um 10.32 Uhr „vom Winde verweht“. „Nach dem Betätigen der Rollstuhltaste an der Eingangstür kam der Zugführer heraus und legte die neue Rampe an. Der Einstieg war kein Problem.“

Mit Rollator schwierig

Dass der Bahnsteig am Drensteinfurter Bahnhof aber angehoben werden müsse, daran habe sich nichts geändert, betont der Inklusionsbeauftragte. „Denn ein Einstieg mit Rollator bleibt weiterhin äußerst schwierig“, so Rosek. „Die Stadtverwaltung will die Planungen dazu noch in diesem Jahr vergeben. Diese Planung wird bezuschusst, so dass die Kosten in einem überschaubaren Rahmen halten."

Wann die mobile Rampe am Bahnhof positioniert wird, damit auch der Betreiber „National Express“ seiner Mobilitätsgarantie nachkomme, stehe weiter in den Sternen“. „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Rosek.

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Beitrag von: Dietmar Jeschke
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