Freunde gefundenSonntag, 04. September 2016

Aus Argentinien haben die Riedesels viele typische Köstlichkeiten mitgebracht. Foto Evering

AMEKE Eigentlich ist Tochter Nele an allem Schuld. Daran, dass Annette und Björn Riedesel abends nach der Arbeit noch Vokabeln lernen und Grammatik pauken. Das Ehepaar lernt Spanisch.

Und das mit totaler Begeisterung. Und richtig guten Fortschritten – „wenn man bedenkt, dass wir vor einem Jahr noch gar nichts konnten und jetzt fast alles verstehen“, so Björn Riedesel.

Aber von Anfang an – und zurück zu Tochter Nele. Die hat vor einiger Zeit als Austauschschülerin ein Jahr in Argentinien verbracht. 2015 hat ihre Gastfamilie die Riedesels für mehrere Wochen in Ameke besucht. „Damals sprachen wir kein Wort Spanisch, haben uns mit Händen und Füßen verständigt“, erinnert sich Annette Riedesel und lacht. Der Wunsch, die Sprache zu lernen, war geweckt.

Kein Frontalunterricht

In María Soledad Berghoff haben beide die perfekte Lehrerin gefunden. „Sie macht keinen Frontalunterricht wie in der Schule. Stattdessen sind wir oft in Bewegung und angehalten, viel zu sprechen“, sagen die Ried-esels. In der kleinen Gruppe kann sich niemand verstecken. „Das ist anstrengend, aber das Lernen ist immer mit ganz viel Lachen verbunden“, so Björn Riedesel. Zusätzlich hat die Inhaberin der Sprachschule Pasos das Projekt „compañeros virtuales“ ins Leben gerufen.

Die aus Córdoba stammende Berghoff hat jedem Sprachschüler einen Brieffreund aus ihrem Heimatland Argentinien vermittelt. Bei der Zuteilung hat María Soledad Berghoff Wert darauf gelegt, dass die Personen zueinander passen. Annette Riedesel ist Sozialpädagogin, ihre Brieffreundin Magui in einem ähnlichen Beruf tätig. Björn Riedesels „compañero virtual“ Lucas ist wie er selbstständig. Über diese Gemeinsamkeiten baute sich schnell eine gute Bindung auf. „Und durch das Schreiben festigen sich die Vokabeln viel besser“, loben beide das Projekt.

Keine typischen Touristen

Richtig auf die Probe gestellt wurden die neuerworbenen Sprachkenntnisse der Familie im Sommerurlaub, der  sie nach Argentinien führte. Natürlich haben die Riedesels auch wie typische Touristen die Sehenswürdigkeiten besichtigt. Aber in erster Linie ging es darum, Freunde zu treffen. Die ehemalige Gastfamilie der Tochter. Und eben die „compañeros virtuales“.

„Es war ermutigend zu sehen, wie gut wir schon nach einem Jahr Unterricht kommunizieren können“, findet Annette Riedesel. „Und wir haben ganz andere Einblicke bekommen, haben den Alltag der Einheimischen hautnah erleben dürfen“, sind die Riedesels begeistert von der Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Argentinier. Den Kontakt wollen sie unbedingt aufrecht erhalten, weiter fleißig Vokabeln pauken – und in Zukunft häufiger ihren Urlaub in Argentinien verbringen, um Land und Leute noch besser kennenzulernen.

Fügen Sie diesen Artikel zu den folgenden Social-Bookmarking-Diensten hinzu:
Delicious Facebook Twitter Google Kledy LinkArena Mister Wong MySpace OneView StudiVZ Webnews Yahoo Yigg
Beitrag von: Nicole Evering
Zurück

Einen Kommentar schreiben



Bitte geben Sie die Buchstabenreihe im unteren Bild in das Textfeld über dem Absenden-Button ein.





Es sind noch keine Leserkommentare vorhanden, warum schreiben Sie nicht den ersten?
Dreingau Zeitung - Freunde gefunden