Angebot am SonntagabendDonnerstag, 21. Juni 2012

In den Sommerferien wird in St. Martinus eine Abendmesse angeboten. Foto Opperbeck

SENDENHORST Über zwei Sitzungen hinweg hat das Thema „Gottesdienstbesuch und Gottesdienstzeiten“ den Pfarrgemeinderat in St. Martinus und Ludgerus beschäftigt. Ausgangspunkt war ein Blick auf die Entwicklung der Gottesdienstbesucher in den vergangenen Jahren.

Dabei zeigte sich, dass es bei den Vorabendmessen in beiden Teilen der Pfarrgemeinde große Schwankungen gibt. „Diese lassen sich dadurch erklären, dass wenn Familien die Vorabendmesse nutzen, um ein Seelenamt zu feiern, viele Bänke besetzt sind, die an ‚normalen‘ Samstagen frei bleiben“, heißt es.

„Unterm Strich kann man feststellen, dass der Gottesdienstbesuch in St. Martinus und Ludgerus in den vergangenen Jahren bei 800 bis 1000 Gläubigen lag, die sich unterschiedlich stark auf die fünf Gemeindemessen verteilen“, so das Fazit des Pfarrgemeinderates. „Damit liegen wir auf der gleichen Linie, die es auch im Umland gibt“, beschrieb Pfarrer Wilhelm Buddenkotte die Situation.

Zusammensein am Morgen

Er verwies in diesem Zusammenhang bei den Beratungen auch darauf, dass sich die Gesellschaft gerade mit Blick auf die Lebensgewohnheiten an den Wochenenden deutlich verändert habe. So sei der Sonntag bei vielen Menschen der einzige Tag, an dem die ganze Familie gemeinsam essen könne. „Aus zahlreichen Gesprächen höre ich, wie wichtig vielen Familien dieses Zusammensein am Sonntagmorgen ist.“

Auch müssten inzwischen mehr als 35 Prozent der Deutschen – regelmäßig oder gelegentlich – auch an den Wochenenden arbeiten. Viele Jugendliche seien am Samstagabend lange unterwegs. „Wenn junge Leute erst am frühen Sonntagmorgen nach Hause kommen, dann kann auch eine Messe um 11 Uhr so früh sein, dass die regelmäßige Mitfeier immer häufiger auf der Strecke bleibt.“

Der richtige Ansatz?

Mit Blick auf diese Veränderungen warf Pfarrer Buddenkotte im Pfarrgemeinderat die Frage auf, ob die Konzentration der Sonntagsmessen auf den Morgen noch der richtige Ansatz sei. „Neben den beiden Vorabendmessen feiern wir in der Pfarrei vier Messen am Sonntagmorgen. Ist das mit Blick auf die Lebens- und Arbeitssituation der Menschen so noch richtig, oder brauchen wir vielleicht ein Angebot für den Sonntagabend?“.

Die Einschätzungen im Pfarrgemeinderat seien sehr unterschiedlich gewesen. Nach gründlicher Diskussion traf man nun die Entscheidung, für eine begrenzte Zeit von acht Wochen eine Gottesdienstordnung zu versuchen, bei der die Messe um 8 Uhr mit dem Beginn der Sommerferien entfällt.

Stattdessen macht die Pfarrgemeinde in den Ferienwochen und an zwei weiteren „normalen“ Sonntagen nach den Ferien eine Versuchsphase mit einer Abendmesse, die um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin gefeiert wird. Diese Gottesdienstordnung gilt ab dem 1. Feriensonntag, 8. Juli, und endet am 9. September.

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Beitrag von: Dreingau Zeitung
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