Radsport extremDienstag, 08. August 2017

Bei der legendÀren Abfahrt in der Fuchsröhre: Anne Tönnishoff von Fortuna Walstedde. Foto: sportograf.com

WALSTEDDE 24 Stunden durch die „grüne Hölle“ – dieser extremen Herausforderung stellte sich Anne Tönnishoff, Radsportlerin von Fortuna Walstedde, beim Rennen „Rad am Ring“ auf dem legendären Nürburgring in der Eifel. Die 46-Jährige bewies ihre Stärke und errang mit einer herausragenden Leistung gleich zwei Podiumsplätze. Tönnishoff belegte in der Gesamtwertung der Frauen sowie in der ihrer Altersklasse den dritten Platz. Sie legte 17 Runden in einer Fahrzeit von 22:40:59 Stunden zurück und bewältigte dabei 442 Kilometer und 9860 Höhenmeter.

„Seit über zehn Jahren ist das 24-Stunden-Radrennen auf dem Nürburgring ein unvergleichliches Erlebnis“, sagt Tönnishoff. Das Ambiente der Formel-1-Arena und die Herausforderungen der berüchtigten Nordschleife machten das Tag- und Nacht-Rennen weltweit einzigartig. Rund 5000 Teilnehmer schlugen am Streckenrand ihre Lager auf und hätten für eine „einzigartige Atmosphäre“ gesorgt.

Gefahren wird ein Rundkurs mit einer Länge von 26 km und 580 Höhenmetern. Vom Karussell bis zur „Hohen Acht“, dem mit 747 Metern höchsten Berg der Eifel, wird eine maximale Steigung von 17 Prozent erreicht, und pro Runde werden 93 Kurven gefahren. Der Kurs führt auf die Grand-Prix-Strecke durch das Fahrerlager und auf die legendäre Nordschleife, die respektvoll „grüne Hölle“ genannt wird.

„Kein einfacher Ritt durch die ,grüne Hölle‘“

„Mit dem Startschuss begann für mich und die weiteren 5000 Teilnehmer das Abenteuer“, so Tönnishoff. Die Wetterbedingungen waren gut, die Temperaturen stiegen im Laufe des Tages bis auf 30 Grad. Dazu wehte der Wind den ganzen Tag mit Böen von über 50 km/h. „Dass es kein einfacher Ritt durch die ,grüne Hölle‘ werden würde, war mir klar. Ich wusste aber, wie ich das Rennen angehe. Ich bin meinen eigenen Rhythmus kontinuierlich gefahren, ohne dabei zu überziehen, und habe darauf geachtet, immer genug zu trinken und zu essen. An meinem Camp direkt an der Strecke in der Mercedes Arena wurde ich optimal versorgt. Bei den Abfahrten auf der legendären ,Fuchsröhre‘ habe ich Höchstgeschwindigkeiten von fast 100 km/h erreicht. Um Kräfte zu sparen, ließ ich das Rad auf einigen Runden während der Abfahrten aber einfach nur rollen“, berichtet das Mitglied der Fortuna. „Nach fünf gefahrenen Runden habe ich gehört, dass ich zu dem Zeitpunkt um Platz drei in der Gesamtwertung fahre, was mich zusätzlich motivierte. Ab diesem Moment wurde es für mich zu einem spannenden Rennen.“

Dunkelheit erfordert hohe Konzentration

Die anspruchsvolle, unbeleuchtete Strecke die Nacht über zu fahren, sei gigantisch gewesen, sagt Tönnishoff. „Die Nacht war sternenklar und die Temperaturen sanken nicht unter 20 Grad. Auf der Nordschleife war es stockfinster. Beim Hinabfahren der ,Fuchsröhre‘ musste ich mich nur auf das Licht am Lenker und das Auswendigkennen der Kurven verlassen, was eine hohe Konzentration erforderte“, so die Sportlerin. Zum Sonnenaufgang setzten wieder starke Windböen ein. „Der Wind machte es schwerer, und auch der immer wiederkehrende lange Weg hinauf zur ,Hohen Acht‘ mit einer Durchschnittssteigung von zehn Prozent und der nicht enden wollenden Rampe von bis zu 17 Prozent machte sich mehr und mehr in meinen Beinen bemerkbar.“ Nach 17 Runden hatte Anne Tönnishoff es geschafft und fuhr überglücklich über die Ziellinie.

„Über den dritten Platz in der Gesamtwertung und auch in der Altersklasse, den ich über so viele Stunden halten und sogar ausbauen konnte, freue ich mich riesig. Ich bin stolz darauf, dieses Ergebnis bei diesem harten Rennen erreicht zu haben“, berichtet Tönnishoff. „Das war eine Herausforderung, die auch eine Menge Emotionen schürt – nicht nur beim (nächtlichen) Kampf hinauf zur ,Hohen Acht‘, bei der rasanten Abfahrt in der ,Fuchsröhre‘ oder beim Radeln in den Sonnenaufgang hinein, sondern vor allem auch bei der Zieleinfahrt. Die Stimmung war grandios.“

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Beitrag von: Dreingau Zeitung
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