Mit „Gräfin“ fing alles anFreitag, 24. November 2017

Die erste Mannschaft des RV Drensteinfurt voltigiert auf Pferd „Ruby“. Abteilungsleiterin ist Dorothee Wiewelhove (links), „Mädchen für alles“ Kordula Wernsmann (rechts). Foto Kleineidam

DRENSTEINFURT Akrobatik auf dem Pferd – das hat Tradition beim 1924 gegründeten Reitverein Drensteinfurt. Seit mittlerweile 40 Jahren gibt es eine Voltigierabteilung. Die Sportart ist in Stewwert sogar so beliebt, dass es aktuell einen Aufnahmestopp gibt.

Das Gesicht der Abteilung ist Dorothee Wiewelhove. Sie ist nahezu von Beginn an dabei und kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. „Die Kinder hatten damals keine Möglichkeit zu reiten, außer mit einem eigenen Pferd. Schulpferde gab es nicht“, sagt die Amekerin, die Voltigieren als „Einstieg in den Reitsport“ bezeichnet. Heinrich Grewe, zu der Zeit Vorsitzender des RVD, initiierte die Abteilungsgründung und sprach Josef Waldmann an. Der heutige Drensteinfurter Ortsvorsteher und stellvertretende Bürgermeister war nicht nur Reiter, sondern auch Pferdezüchter und stellte den Voltigierern seine „Gräfin“ zur Verfügung.

Das erste Treffen fand am 22. Oktober 1977 statt. Im Frühjahr 1978 fragten die Verantwortlichen bei Wiewelhove an. Seitdem leitet sie die Abteilung. „Ich hatte keine Ahnung vom Voltigieren, weil ich vom Reitsport kam“, so die 64-Jährige. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Voltigierwartin – teils in Sendenhorst – und ist seit 1981 auch Richterin.

Erstes Schaubild

1979 präsentierten die RVD-Voltis ihr erstes Schaubild – unter anderem beim Renntag im Erlfeld. 1980 folgte die erste Turniersaison. Es gab zwei Mannschaften, viele Termine und erste Erfolge. „Seitdem haben wir kontinuierlich an Turnieren teilgenommen“, sagt Wiewelhove.

Sportliche Höhepunkte waren natürlich die Teilnahmen an Meisterschaften. Mehrmals wurde der RVD Kreismeister – sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport, sowohl im Einzel als auch als Team. Auch bei Bezirks- und Westfalenmeisterschaften starteten die körperlich gewandten Sportler aus Stewwert. Reinhard Gnegel ließ 1985 in Billerbeck elf Konkurrenten hinter sich und holte auf „Nathan“ den Westfalenmeister-Titel im Einzel. Größter Erfolg des RVD in der jüngeren Vergangenheit war im September 2014 die Teilnahme eines Voltigierteams an den Deutschen Meisterschaften der Junioren in Münchehofe (Platz 20). Trainerinnen waren Corinna und Jennifer Hoffmann.

Während viele Voltigierabteilungen nicht mehr existieren, weil die Trainer fehlen, zählt der RVD zu den sieben Vereinen im Kreis Warendorf, die den Sport anbieten. Über mangelnde Nachfrage können die Verantwortlichen in Drensteinfurt nicht klagen. Es gibt sogar einen Aufnahmestopp und eine Warteliste. „Andreas Kurzhals unterstützt uns und lässt uns machen“, freut sich Wiewelhove über die gute Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des RVD.

Drei Pferde

Momentan gehören der Abteilung rund 60 aktive Voltigierer an. Die drei Vereinspferde, die Herzstücke der Abteilung, heißen „Ruby“, „Paso Doble“ und „Sam“. In den 40 Jahren kommt die Abteilung auf mehr als zehn Volti-Pferde. „Lord Lester“ spielte sogar in einer Folge der Krimiserie Wilsberg mit, die zum Teil in Münster gedreht wird.

Seit fast 40 Jahren leitet Dorothee Wiewelhove die Voltigierabteilung. „Ich würde gerne 2018 aufhören“, sagt die 64-Jährige, deren Mann Theo Hölscher die Leidenschaft für Pferde teilt und Trainer beim RV „von Nagel“ Herbern ist. „Mir fehlt die Motivation. Man ist mit dem Amt verwachsen, aber irgendwann muss Schluss sein.“ Als ihre Nachfolgerin kann sich Wiewelhove sehr gut Kordula Wernsmann vorstellen. Die Stewwerterin vertritt Wiewelhove bereits, ist fast täglich auf der Reitanlage am Hof Nathrath anzutreffen und das „Mädchen für alles“.

Die Voltigierabteilung des RV Drensteinfurt lädt anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens zur Feier am Sonntag, 26. November, in die Vereinshalle auf dem Hof Nathrath ein. Beginn ist um 14.30 Uhr. Der Nachmittag steht unter dem Motto „Vom Anfänger zum Könner“, viele Gäste werden erwartet. Alle Gruppen des RVD beteiligen sich mit Vorführungen auf dem Pferd oder dem Standpferd am Programm. Auch auswärtige Sportler treten auf. Einzelvoltigierer aus Herbern haben ihr Kommen ebenso zugesagt wie eine Gruppe aus Sendenhorst. „Für das leibliche Wohl ist gesorgt“, teilt Kordula Wernsmann mit.

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Beitrag von: Matthias Kleineidam
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