Im „Taylor-Wonderland“Dienstag, 28. November 2017

Dart-Ikone Phil Taylor war zu Gast in Drensteinfurt. Foto Matthias Kleineidam

DRENSTEINFURT Wenn er die große Bühne betritt, flippen die Fans aus. Phil Taylor (Spitzname „The Power“) ist mit 16 Weltmeister-Titeln die Darts-Ikone schlechthin. Und die – ohne Scherz – schaute im beschaulichen Drensteinfurt vorbei. Auf seiner Abschiedstournee machte der 57-Jährige Halt in der Eventschmiede und begeisterte alle: die Veranstalter, die Zuschauer und seine Gegner.

„Meine ganze Hand hat gezittert. Es war Wahnsinn“, sagte Magnus Losinzky, nachdem er wie sein Vereinskollege Matthias Semptner ein Leg (Spiel von 501 auf 0) gegen den Rekord-Weltmeister absolvieren durfte. Der 38-Jährige ist Mitglied im Stewwerter Ro­yal DC 2000. Auch wenn er trotz der Unterstützung des Publikums wie erwartet gegen Taylor verlor – „es hat richtig Spaß gemacht“, betonte Losinzky und war sichtlich beeindruckt.

„The Power“, der nach der WM zum Jahreswechsel (siehe Infokasten) seine einzigartige Karriere beenden wird, war nicht das einzige aus der Darts-Szene bekannte Gesicht in den Räumlichkeiten der ehemaligen Metallschmiede an der Schmiedestraße. Der Engländer hatte Dartprofi Terry „The Bull“ Jenkins und den Mastercaller John Fowler mitgebracht. Fowler machte den Einheizer („Stand up, if you love the darts“). Auch Jenkins, die ehemalige Nummer vier der Welt, genoss die Show auf der Bühne.

Erster Herausforderer

Karsten Sperling von den „Red Devils Hamm“ war der Erste, der den 54-jährigen Jenkins herausforderte. Er ließ sich für seine „Onehundred“ feiern, hatte aber noch 95 der 501 Punkte auf seinem Konto, als Jenkins den entscheidenden Steel-Dartpfeil auf die Scheibe warf. Besser machte es Marene Westermann. Die mehrfache deutsche Meisterin im E-Darts nutzte das erste Leg „zum Einspielen“ und das zweite „zum Ausgleichen“. „Ich war sehr nervös“, gab die 40-Jährige aus Klein Reken zu. Die Team-Weltmeisterin von 2015 spielt für die „Bulleye Fighters“, die Eventschmiede ist ihre „Heimatkneipe“, wie sie selbst sagt.

Viel Spaß am Präzisionssport mit Legende Phil Taylor hatten natürlich auch die, die „nur“ zugucken durften. „Er ist die Darts-Ikone schlechthin“, sagte Stefan Mentrup, der den 57-Jährigen vorher noch nicht live gesehen hatte. „Das ist ein absolutes Highlight – und dann auch noch vor der Haustür“, meinte der 31-Jährige vom „Havanna Dart-Club“ aus Ahlen. Mentrup, der mit fünf Freunden gekommen war, nimmt hobbymäßig an Turnieren teil und spielt im Verein E-Darts.

Autogrammstunde

Neben Hobbyspielern durften auch Zuschauer ihr Glück versuchen und in einem Show-Wettkampf gegen die Profis antreten. Die Walk-on-Girls verlosten unter allen Gästen „Legs“ gegen Taylor und Jenkins. Zwischendurch stimmte das Publikum immer wieder den Dauerbrenner „Taylor Wonderland“ zur Melodie des Klassikers „Winter Wonderland“ an. Außerdem gab es ein Match der beiden PDC-Urgesteine sowie eine Autogrammstunde und ein Fotoshooting mit dem Superstar der Szene, das sich Taylor mit 20 Euro pro Bild bezahlen ließ. Sven Reining war der Preis egal. Er ließ sich mit seiner Freundin Julia Zielke und dem Rekord-Weltmeister ablichten. Auch etliche andere Gäste nutzten die Chance. „Die Show war wirklich gut“, lobte Reining die Veranstalter.

Michael Safranek und Manuela Behr von der Eventschmiede freuten sich über rund 200 Zuschauer. „Wir sind total zufrieden mit der Resonanz“, sagte Behr auf Nachfrage. Das Event sei „ruckzuck ausgebucht“ gewesen. Es war nicht die erste Veranstaltung dieser Art in der Eventschmiede. Roland Scholten, ehemaliger niederländischer Dartspieler und TV-Kommentator an der Seite von Elmar Paulke, war auch schon zu Gast. Phil Taylor toppte nun natürlich alles. Drensteinfurt war die sechste von neun Stationen der Phil-Taylor-Germany-Tour 2017, die Ende Oktober begann und nach dem Auftritt in Gelnhausen am Wochenende in Lennestadt und Biedenkopf endete. Organisator ist Ralf Rademacher, Geschäftsführer von McDart. Über ihn hatten Safranek und Behr den Besuch Taylors in der Eventschmiede perfekt gemacht. Der Aufwand hat sich gelohnt.

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Beitrag von: Matthias Kleineidam
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