„Ich sehe Fortschritte“Donnerstag, 09. November 2017

Trainer Heinz Huhnhold ist trotz des schlechten Saisonstarts optimistisch. Foto Kay Siemund

DRENSTEINFURT/ASCHEBERG 17:39, 9:21, 11:25, 16:32 und 15:29 – das sind die Ergebnisse, die Heinz Huhnhold am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen würde. Fünf ihrer sechs Saisonspiele haben die Bezirksliga-Handballerinnen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt verloren. Matthias Kleineidam unterhielt sich mit dem 50 Jahre alten Trainer aus Hamm, der einen Vertrag bis 2018 besitzt, über den miserablen Auftakt, den Umbruch bei den Frauen und die nächsten Aufgaben des Tabellenletzten.

Ein Wochenende ohne Handball und damit auch ohne Enttäuschung liegt hinter euch. Konntet ihr ein wenig abschalten?

Huhnhold: Ja, und neue Kräfte sammeln auch. Viele Spielerinnen sind im Urlaub. Das heißt: Sie konnten sich auch vom Spielrhythmus erholen. Das hat ganz gut getan. Ich denke, dass wir gut dabei sind, wenn es weitergeht.

Wenn du den Saisonstart in einem Wort zusammenfassen müsstest, welches würdest du auswählen?

Huhnhold: Unterirdisch kann man sagen.

Hattest du nach den schlechten Ergebnissen in den Vorbereitungsspielen einen derartigen Start befürchtet?

Huhnhold: Nein, das eigentlich nicht. Wir haben zwei Mal gegen den Verbandsliga-Absteiger Ahlener SG gespielt. Die sind natürlich ganz anders aufgestellt. Beide Spiele haben wir im Endeffekt mit den Jüngeren absolviert. Gegen Dolberg, einen Landesligisten, haben wir ja nur mit einem Tor verloren. Das erste Spiel gegen die zweite Mannschaft des Hammer SC lief nicht so nach meinem Geschmack, das zweite war wieder ganz okay. Wir haben die fünf Tests in zehn Tagen absolviert. Dass es jetzt so ein Saisonstart wird, hatte ich nicht gedacht. Okay, das erste Spiel gegen Ladbergen kann man verlieren, aber nicht in der Höhe. Dann haben wir gegen Norwalde gewonnen. Aber die anderen Spiele – da bin ich heute noch etwas ratlos.

Durch die Strukturreform – aus zwei Bezirksligen wurde die neue Bezirksliga Münsterland – ist das Niveau der Gegner gestiegen. Hätten die HSG-Frauen lieber auf die Relegation verzichten und in der Kreisliga neu anfangen sollen?

Huhnhold: Nein. Wenn wir spielerisch abgestiegen wären, dann wäre das für uns okay gewesen. Aber wir hatten einen sehr guten sechsten Platz. Von daher kam es für uns nicht infrage, auf die Relegation zu verzichten. Ich glaube, die HSG Ascheberg/Drensteinfurt gehört in die Bezirksliga, und ich glaube auch, dass wir uns fangen werden. Deswegen hatte ich zum Anfang der Saison gesagt: Ich gebe kein großes Ziel aus, sondern ich will ganz einfach die Klasse halten. Auch mit den Jüngeren. Die brauchen aber erst mal ein bisschen Zeit, um sich in die Bezirksliga reinzubeißen. Das ist nun mal so.

Deine Mannschaft steckt im Umbruch, junge Spielerinnen müssen integriert werden. Wie lange dauert der Prozess?

Huhnhold: Ich sehe gute Ansätze bei den meisten, die aus der A-Jugend-Kreisliga hochgekommen sind. So viele junge Spielerinnen haben wir aber auch nicht mehr. Zwei sind für ein halbes Jahr weg. Und unsere Kreisspielerin Marie van Roje macht ihre Sache gut – in der Deckung und auch im Angriff. Nane Kröger verbessert sich ebenfalls. Bei ihr dauert es vielleicht noch ein bisschen länger. Torhüterin Hannah Lohmann fehlte, bedingt durch ihre Arbeit, oft und konnte noch nicht so viel zeigen. Wir werden noch Zeit brauchen, aber ich sehe Fortschritte. Das stimmt mich recht positiv, dass wir Punkte einfahren können.

Am Samstag (11. November, 19 Uhr) trifft die HSG in der Dreingau-Halle in Drensteinfurt auf die dritte Mannschaft des FC Vorwärts Wettringen. Die Gäste haben ebenfalls fünf ihrer sechs Spiele verloren. Was erwartest du von deinem Team im Kellerduell?

Huhnhold: Genau dasselbe wie beim letzten Spiel. Für uns sind das Vier-Punkte-Spiele. Wenn wir die erste Halbzeit gut gestalten, müssen wir das über 60 Minuten halten. Ansonsten gewinnen wir keinen Blumentopf. Daran muss ich arbeiten, dass ich das in die Köpfe der Spielerinnen reinkriege beziehungsweise den schlechten Start aus den Köpfen rausbekomme. Damit wir mit dem Gegner mithalten oder ihn dominieren können.

Danach steht in diesem Jahr nur noch die Partie beim Viertletzten SC Westfalia Kinderhaus II auf dem Plan – am 18. November. Bis zum ersten Liga-Spiel im neuen Jahr habt ihr zwei Monate Zeit, um wettbewerbsfähiger zu werden. Das kommt euch entgegen, oder?

Huhnhold: Jede Pause kommt uns entgegen. Wir werden uns aber nicht auf die faule Haut legen, sondern werden die zwei Monate ordentlich nutzen und Testspiele absolvieren – auch wieder gegen höherklassige Teams. Ich bin schon am tüfteln und am planen. In den Tests ist der Druck nicht so groß ist, wir können viel ausprobieren. Dann können wir gestärkt ins neue Jahr gehen.

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Beitrag von: Matthias Kleineidam
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