Mehr Taufen, weniger AustritteSonntag, 06. August 2017

2016 haben 825 Katholiken der Kirche im Kreisdekanat Warendorf den Rücken gekehrt (minus 8,9 Prozent). Foto dpa

KREIS WARENDORF Positive Zahlen konnte das Bistum Münster jüngst verkünden: Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Kreisdekanat Warendorf im Jahr 2016 weiter gesunken. Gleichzeitig wurden mehr Menschen durch die Taufe in die Kirche aufgenommen.

Im vergangenen Jahr haben demnach 825 Katholiken der Kirche den Rücken gekehrt, das waren 81 (8,9 Prozent) weniger als im Vorjahr. „Die Zahl ist zwar gesunken, sie befindet sich aber noch immer auf einem für uns schmerzhaft hohen Niveau“, so das Bistum. Oft entscheide sich die Frage nach Austritt oder Bleiben auch auf Grundlage der ganz persönlichen Erfahrungen mit Seelsorgern und sonstigen Vertretern der Kirche.

Wenn ein Mensch austritt, findet die Ursachenforschung in der Regel in der Pfarrei vor Ort statt. Die meisten Pfarrer nehmen Kontakt mit den Austrittswilligen auf, in diesen Gesprächen geht es dann auch um die Gründe – die in der Regel sehr individuell seien. „Fast immer geht dem Schritt ein längerer Prozess voraus“, so die Erfahrungen des Bistums. Die so genannte Zufriedenheitsstudie – eine repräsentative Befragung von Katholiken im Bistum aus dem Jahr 2014 – hat darüber hinaus ergeben, dass für rund ein Drittel der Ausgetretenen die Kirchensteuer der Grund war.

Persönliche Erfahrungen

Ein wichtiger Faktor war die Wahrnehmung der Menschen, dass die Lehre der katholischen Kirche veraltet sei. Auch institutionelle Skandale oder schwierige persönliche Erfahrungen mit Vertretern der Kirche führten zu Austritten. Wichtig sei vor allem, dass die Menschen die Vertreter der Kirche als einladend, zuversichtlich, authentisch und als mitten im Leben stehend erfahren.

Durch die Taufe aufgenommen wurden im vergangenen Jahr im Kreisdekanat 1637 Menschen, 119 mehr als 2015. Die Entscheidung, sein Kind taufen zu lassen, wird aus unterschiedlichen individuellen Gründen getroffen. Diese werden nicht erfasst. „Aber natürlich sind wir froh und dankbar, dass es noch immer viele Menschen gibt, denen es wichtig ist, dass ihre Kinder Teil der Kirche werden“, heißt es vonseiten des Bistums.

Demografische Entwicklungen

Bei der Bewertung der Taufzahlen seien demografische Entwicklungen zu berücksichtigen. Das heißt, wenn es mehr Geburten gibt, ist ein Anstieg der Taufzahlen wahrscheinlicher. Denn die meisten Täuflinge seien Kinder, auch wenn sich ebenso Erwachsene zum katholischen Glauben bekennen.

In der Vorbereitung sollen auch die Motive für den Wunsch nach der Taufe geklärt werden, so das Bistum. „Wir möchten so weit wie möglich sicherstellen, dass sie nicht benutzt wird, um gesellschaftliche und politische Vorteile zu erwerben.“

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Beitrag von: Jenny Hagedorn / Silke Diecksmeier
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