Wenn's den Rehen stinktMittwoch, 26. Oktober 2011

Blaue Reflektoren gibt es schon länger an der B58 bei Drensteinfurt. Foto (A) Evering

KREIS Blaue Warnreflektoren und neuartige Duftzäune sollen künftig im Kreis Warendorf dazu beitragen, Wildunfälle zu reduzieren. Landrat Dr. Olaf Gericke und der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Heinz Heselmann, trafen sich jetzt an der Landstraße 811 zwischen Telgte und Westbevern. Dort wurde ein erster Duftzaun errichtet.

Hintergrund der Aktion ist die in den vergangenen Jahren stetig gestiegene Zahl der Wildunfälle im Kreisgebiet. Während 2008 noch 1075 gezählt wurden, waren es 2010 schon 1316 Unfälle. Im März 2011 kam es auf der K26 zwischen Walstedde und Ahlen zu einem Wildunfall, bei dem ein 33-Jähriger starb. Schon damals hatte die Kreisverwaltung erklärt, dass alle potentiellen Wildwechsel-Straßen verstärkt unter die Lupe genommen würden und zeitnah ein kreisweites Projekt gestartet werden sollte, um diese Unfälle zu reduzieren.

Versuchsstrecke

Nun sind Polizei, Straßenverkehrsamt, Straßenbaulastträger, Landesbetrieb Straßen NRW und Kreisjägerschaft  tätig geworden. An einer Versuchsstrecke bei Everswinkel wurden die neuen, blauen Reflektoren an den Leitpfosten angebracht. Vor einigen Jahren hatte man noch rote und weiße verwendet. „Leider war diese Aktion nicht von dem erhofften Erfolg gekrönt“, heißt es in der Presseerklärung der Kreisverwaltung. Jetzt wolle man blaue Reflektoren erproben, wie sie auch schon an der L585 Richtung Albersloh oder an der Umgehungsstraße B58 bei Drensteinfurt im Einsatz sind.

Blau gilt als Schockfarbe für die Wildtiere, weil sie in der Natur praktisch nicht vorkommt. Laut Mario Grawe vom Hegering Drensteinfurt/Walstedde hat es seitdem an der B58 keinen einzigen Wildunfall mehr gegeben.

Eine andere Art der Abschreckung des Wildes stellen sogenannte Duftzäune dar. Alle 20 Meter wird an Bäumen und Masten entlang der Fahrbahn Schaumstoff befestigt. Ein aufgesprühter Wirkstoff soll das Wild dazu bringen, den markierten Bereich zu meiden. Alle paar Wochen muss der Duftstoff neu aufgebracht werden – viel Arbeit, die oft ehrenamtlich von den Hegering-Mitgliedern geleistet wird.

Wirksamkeit testen

„Wir haben die Versuchsstrecken ausgearbeitet, weil man aus Kostengründen nicht gleich alle Kreisstraßen mit den blauen Reflektoren oder Duftzäunen ausstatten kann“, erklärt Edda Brennecke vom Straßenverkehrsamt auf DZ-Anfrage. „Wir testen jetzt, welche Maßnahme am besten wirkt. Das muss über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr beobachtet werden. Erst dann kann man einen Vorher-Nachher-Vergleich ziehen“, so Brennecke.

Für die K26 bei Walstedde gibt es also bislang noch keine konkreten Pläne, durch Schilder auf möglichen Wildwechsel hinzuweisen oder ihn durch Reflektoren gar zu verhindern. Dennoch nimmt das Queren der Tiere auch während der kalten Jahreszeit nicht zwangsläufig ab. „Die Tiere sind derzeit verstärkt auf der Suche nach Futter, besonders auf den gerade erst abgeernteten Feldern“, weiß Edda Brennecke. Deshalb sei auch weiterhin die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer gefordert, um die Zahl der Wildunfälle zu verringern.

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Beitrag von: Dreingau Zeitung / Nicole Evering
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