DRENSTEINFURT/ SAN MARCOS SIERRAS „Da der Alltag der Kinder hier im Heim sehr stark durchstrukturiert ist, versuchen wir wenigstens an den Wochenenden und in den jetzt beginnenden Sommerferien ein bisschen Ablenkung in ihr Leben zu bringen. Oft gehen wir mit allen Kindern zusammen wandern oder, an heißen Tagen, an den Fluss schwimmen.
In der Vorweihnachtszeit haben wir versucht, für die Kinder ein bisschen Weihnachtsstimmung durch entsprechende Aktivitäten zu schaffen. Wir haben alle zusammen einen kleinen Plastikweihnachtsbaum und eine Krippe aufgestellt und dekoriert. Zur Dekoration haben auch alle Kinder zusammen aus Salzteig Anhänger für den Weihnachtsbaum gebastelt.
Plätzchenrezepte
Einmal haben wir auch die Küche in eine Weihnachtsbäckerei verwandelt und alle Plätzchenrezepte herausgeholt, die wir kannten. Außerdem haben wir für alle Kinder einen Adventskalender gebastelt, der im Aufenthaltsraum hängt, eine Tradition aus Deutschland, die hier völlig unbekannt ist.
Damit sie auch wissen, worum es bei Weihnachten überhaupt geht, lesen wir mit ihnen die Weihnachtsgeschichte und besprechen mit ihnen, was für sie Weihnachten ist und wie sie es gerne verbringen würden. Einige Kinder haben in diesem Jahr das Glück, Weihnachten nicht im Heim verbringen zu müssen, sondern bei Patenfamilien. Den anderen haben wir natürlich versucht, dass schönstmögliche Fest zu bescheren.
Abwechslung
Die Weihnachtszeit ist leider eine bsonders kritische Zeit im Heim, da in dieser Zeit viele Kinder sehr nachdenklich und traurig werden. Gerade deshalb versuchen wir, ihnen so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. Das Weihnachtsfest habe ich hier auch sehr anders verbracht als in Deutschland, allein schon bedingt durch die unglaubliche Hitze, es waren zu Weihnachten um die 35 Grad.
Am 24. Dezember wird wie auch in Deutschland gemeinsam mit der Familie gefeiert. Der 1. Weihnachtstag wird aber meistens am Fluss verbracht um dort schwimmen zu gehen. Das ganze mit einem typischen Weihnachtsessen – Obstsalat!
Ab an den Fluss!
Die Sommerferien der Kinder gingen aber noch lange über Weihnachten und Neujahr hinaus, bis Ende Februar. Auch in dieser Zeit haben wir uns bemüht, für jeden Tag ein kleines Programm aufzustellen, was ein bisschen an ein deutsches Ferienlager erinnerte. So haben wir versucht den Kindern die Langeweile zu nehmen, die hier im Heim leider sehr schnell aufkommt. Und der einfachste Programmpunkt wurde doch immer an den heißen Tagen mit bis zu 40 Grad im Schatten ganz spontan festgelegt – ab an den Fluss!
Leider hat das Heim im Moment enorme finanzielle Probleme. Durch einen Wechsel der Regierung der Provinz Cordoba im letzten Jahr, wurden seit November erst einmal alle Zahlungen für das Heim eingestellt, um alles noch einmal zu überprüfen. Die Stiftung muss also seit November allein Geld für das Essen von 20 Kindern aufbringen. Dank einiger großen Essenspenden und Notreserven hat sie es bis jetzt geschafft, das Heim über Wasser zu halten. Man hofft auf baldige Zahlungen der Regierung. Trotzdem können auch die DZ-Leser einen Beitrag leisten und durch Spenden dem Heim – und damit den Kindern die hier leben – aktiv helfen. Unter der Internetadresse der Stiftung gibt es noch weitere Informationen dazu: .www.weltwaerts.de pas