WALSTEDDE Die Kulturscheune am Haus Walstedde soll wieder zum Leben erweckt werden. Die Betreiber der Einrichtung wollen das Gebäude wieder nutzen und haben einen entsprechenden Antrag an den Kreis Warendorf gerichtet. Unter bestimmten Auflagen könnte der Kulturbetrieb in der Scheune wieder aufgenommen werden.
Rückendeckung erhalten die Betreiber von der Stadt Drensteinfurt, die ein öffentliches Interesse an der Kulturscheune bekundete. Das sei Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung der Scheune gewesen.
Im vergangenen Juli musste die Kulturscheune geschlossen werden. Nachbarn hatten sich über Lärmbelästigung bei Veranstaltungen beschwert, wie beispielsweise bei der „Marhold‘schen Wundertüte“. Damals sei die Geräuschkulisse so laut gewesen, dass selbst in geschlossenen Räumen der Fernseher nicht mehr zu hören gewesen sei, hatten Nachbarn berichtet.
Juristisch im Recht
Betreiber Prof. Dr. Dr. Josef Weglage hatte einräumen müssen, dass die Nachbarn juristisch im Recht seien. Die Baugenehmigung aus dem Jahre 2008 sehe vor, dass „elektroakustische Übertragungsanlagen“ wie Verstärker bei Veranstaltungen in der Kulturscheune nicht zum Einsatz kommen dürfen. Nach den Anwohner-Beschwerden hatte das Kreis-Bauamt die Verantwortlichen ermahnt, sich zukünftig an die Auflagen zu halten.
Nun hat das Gesundheitszentrum einen Antrag auf Nutzungsänderung an den Kreis Warendorf geschickt und auf eine „beschränkte Nutzung“ verwiesen. Zentrumsmanager Stefan Kamp machte deutlich, dass man in dem Antrag freiwillige Zusagen mache. Die Zahl der Veranstaltungen werden auf maximal zehn beschränkt. Um 22 Uhr soll Schluss sein, so Kamp: „Das beinhaltet auch die Parkplätze.“ Den nördlichen Parkplatz hinter der Kulturscheune wolle man für die Veranstaltungen komplett schließen, damit die Anwohner nicht von den an- und abfahrenden Fahrzeugen gestört würden. „Wir wollen das Ansinnen der Nachbarn auf jeden Fall berücksichtigen“, erläuterte Kamp.
Dazu gehöre auch, dass während der Veranstaltung Fenster und Türen geschlossen sein müssen und der Lärmpegel nicht über 93 Dezibel steigen darf.
Etwas zurückgeben
Kamp erklärte, dass die Betreiber dem Dorf durch die Kulturscheune gerne etwas zurückgeben würden. Die Veranstaltungen, die bereits stattgefunden haben, seien auf eine überaus positive Resonanz gestoßen. Einige Anfragen habe es auch für die kommende Saison gegeben. So wolle die Grundschule ihr Kindermusical aufführen. Zudem habe Rudi Marhold bereits wieder eine „Wundertüte“ in Vorbereitung.
Im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur informierte Bürgermeister Paul Berlage die Kommunalpolitiker über die neuen Entwicklungen. Alle stellten sich hinter die Verwaltung und begrüßten das Engagement der Betreiber von Haus Walstedde. Das öffentliche Interesse sei allemal gegeben.
Bürgermeister Berlage erklärte, dass er die Zusagen des Betreibers auch für die Nachbarn für zumutbar halte. Ein öffentliches Interesse bestehe in jedem Fall, da auch die Lambertusschule die Kulturscheune gerne nutze und die Betreiber von Haus Walstedde auch Projekte für junge Menschen auf die Beine stellen würden.