Mit der Alten Post fing alles anSamstag, 09. Dezember 2017

Bastler G├╝nter Koch stellte gemeinsam mit Historiker Dr. Ralf Kl├Âtzer, Fotografin Gisela Sch├Ąper und B├╝rgermeister Carsten Grawunder (v.re.) das Buch ├╝ber die Modellsammlung vor. Foto Jeschke

DRENSTEINFURT Es war ein arbeitsreiches Projekt, das trotzdem viel Freude gemacht hat, berichtet Günter Koch. Und das, obwohl er selbst zwischenzeitlich sogar vor seiner Mitstreiterin niederknien musste.

„Höher. Und noch ein wenig weiter nach links. Stopp. So ist es gut.“ Wenn es um den passenden Bildausschnitt geht, dann nimmt es Fotografin Gisela Schäper halt sehr genau. „Aber wir haben uns gut verstanden“, schmunzelt Koch – und meint damit neben Gisela Schäper auch Historiker Dr. Ralf Klötzer. Der nämlich ist für den Text des Gemeinschaftswerks verantwortlich, das nun erhältlich ist.

„Drensteinfurt im Modell“ heißt der Titel des Buches, für dessen Inhalt Koch, Schäper und Klötzer verantwortlich sind und das von der Stadt herausgegeben wurde. Und um es vorwegzunehmen: Es beinhaltet weit mehr als nur Modelle, wenngleich diese der ausschlaggebende Anlass für das literarische Gemeinschaftsprojekt waren.

Begeisterter Bastler

Günter Koch ist vielen Drensteinfurtern seit Jahrzehnten als begeisterter Bastler bestens bekannt. Denn schließlich tüftelt und feilt er bereits seit 1975 an detailgetreuen Nachbauten von historischen Gebäuden in der Stadt. „Angefangen hat alles mit der Alten Post“, blickt Koch zurück. Im Zuge der seinerzeit unter dem Motto „Abriss oder Verkauf?“ hitzig geführten Diskussion um die Zukunft des damals vollkommen maroden Bauwerks war es Altbürgermeister Willi Wetzko, der Koch ermunterte, für die Nachwelt doch wenigstens ein Modell der alten Poststation zu schaffen. Und dabei sollte es nicht bleiben. „Nur die Alte Post? Das sieht alleine doch gar nicht aus“, befand einst Werner Wiewel als Stadtdirektor und späterer Bürgermeister. Und so wuchs die Stadt „en miniature“ Stückchen für Stückchen.

Vom Schloss über die ehemalige Rektoratsschule und die alte Stadtapotheke am Honekamp sind es mittlerweile mehr als 50 Nachbauten, die Koch in seinem Bastelkeller in jeweils monatelanger Arbeit geschaffen hat. Einen Platz, um sie gebührend zu präsentierten, den sucht der Tüftler dagegen bislang vergeblich. „Das Modell der Alten Post stand einige Zeit in der Stadtverwaltung. Bis es für eine Sitzgruppe Platz machen musste“, so Koch. In kompakter Form hat es seine Sammlung aber nun dennoch in die Öffentlichkeit geschafft.

Die Idee, ein Buch über die Stadtmodelle zu veröffentlichen, war übrigens bereits im Jahr 2016 geboren worden, berichtet Historiker Dr. Ralf Klötzer. Da der Schwerpunkt des damaligen „Jahrbuches des Kreises Warendorf“ auf der Stadt Drensteinfurt lag, hatten Klötzer, Koch und Fotografin Gisela Schäper sich daran gemacht, die Geschichte der Wersestadt anhand von Kochs Modellen mit historischen Erläuterungen und Fotos von Originalen und Nachbauten darzulegen. Aber: „Es waren einfach viel zu viele Modelle“, so Klötzer. Und da es keinen Platz für „60 Seiten Günter Koch“ gab, wurde der entsprechende Artikel im Jahrbuch ordentlich zusammengekürzt.

Foto-Sessions

Anlass für das Trio, ein eigenes Werk zu verfassen. In mehreren Foto-Sessions lichtete Schäper die Nachbauten ab, bevor sie sich auf den Weg machte, um auch die Originale ins passende Licht zu setzen. Das Ergebnis mit Texten und Kommentaren von Klötzer liegt nun in gebundener Form vor. „Es ist dicker geworden, als ich gedacht hatte“, lacht der.

Wer sich übrigens persönlich ein Bild von einigen historischen Nachbauten machen möchte, der hat dazu aktuell Gelegenheit. Im Schaufenster des ehemaligen Geschäftes Grumann an der Mühlenstraße stellt Koch einige seiner schönsten Stücke  aus.

Das Buch „Drensteinfurt im Modell“ gibt es zum Preis von 24,95 Euro in der Bücherecke.

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Beitrag von: Dietmar Jeschke
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