Die Sängerin Stephanie K. und ihre Band begeisterten bei „Rudi Harholds Wundertüte“ das Publikum. Foto: Wieserecker
WALSTEDDE Nach zehnmonatiger Pause ist die Kulturscheune nun mit einer fulminanten Veranstaltung in die neue Saison gestartet. Nutzungsänderungen und Lärmschutzmaßnahmen stellten für die rund 200 Besucher des fast schon traditionellen Formats „Rudi Marholds Wundertüte“ keinerlei Dämpfer dar.
Stattdessen war das „Überraschungsprogramm“ an Unterhaltungswert und musikalischer Qualität kaum zu überbieten. Mehrere Künstler verschiedener Altersgruppen und Wirkungskreise inszenierten ein Event der Extraklasse.
Junge Nachwuchskünstler und Alte Hasen der Unterhaltungsbranche kombiniert mit einem lokalen Bezug – das ist das Markenzeichen der „Wundertüte“, so Dr. Andreas Sprinz, einer der Geschäftsführer von Haus Walstedde. Und dieses Rezept bewährte sich auch dieses Mal: Mit beeindruckender Professionalität, einer großen Portion Originalität und viel Freude und Leidenschaft für die Musik zogen die Künstler, die der Walstedder Rudi Marhold dieses Mal gewinnen konnte, das Publikum in ihren Bann. Marholds „Spielwiese mit gefühlten 8000 Zuschauern“ konnte auf ganzer Linie beeindrucken. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der New Yorker Sängerin Stephanie K., die gefühlvoll und mit sanfter, warmer Stimme die reine Instrumentalgruppe erweiterte.
Applaus
In Soloeinlagen, auf die stets ein kräftiger Applaus folgte, bewies jeder Künstler sein Können. Der Rinkeroder Felix Hoffmann brillierte am E- und Kontrabass, während Markus Fischer am Keyboard Glanzleistungen vollbrachte. Auch Christian Kappe an der Trompete und Matthias Fleige mit Gitarre und Posaune waren echte Könner auf ihrem Gebiet. In besonderer Weise jedoch amüsierte der klangvolle Wettstreit das Wettspielen zwischen den Percussionisten Marhold und Pitti Hecht die Zuhörer. Mit immer schnelleren Rhythmen und fantasievolleren Klängen boten sich die beiden Musiker mit Schlagzeug, Congas und Co. einen atemberaubenden Wettbewerb, der kein Ende zu nehmen schien.
Eine passende Abwechslung zu den Musikeinlagen der Instrumentalisten bildete stets Sängerin Stephanie K., die mit der Band verschiedene Jazzsongs vortrug „Just The TwoOf Us“ und „I Can‘t Make You Love Me“ erklangen leidenschaftlich und ausdrucksvoll in der alten Scheune. Doch auch hitzigere Rhythmen gehörten zu dem Repertoire der Sängerin. „Ein weiterer Gast – vielleicht haben Sie die schonmal gesehen?“, mit dieses Worten kündigte Marhold schmunzelnd seine Ehefrau Ulla Marhold an, die bei einem Song mit von der Partie war. Ein ganz anderer Glanzpunkt des Abends war die Interpretation eines Disco-Hits aus den 1970-ern. Da klatschte das Publikum im Rhythmus mit, während die fetzigen Klänge von Keyboard, Posaune und Trompete zum Tanzen animierten.
Moderation
Die Moderation des zu Beginn für die Gäste unbekannten Programms teilten sich Rudi Marhold und Stephanie K., die mit witzigen Anekdoten und persönlichen Geschichten die Veranstaltung auflockerten. Als „Kleine Sensation“ bezeichnete Dr. Sprinz die Saisoneröffnung. Mit insgesamt 10 000 Euro hätten die Organisatoren in der Vergangenheit keine Kosten und Mühen gespart, um die Kulturscheune im Ort zu lassen. Angesichts der ausverkauften Scheune und des tosenden Applauses der Gäste scheinen sich diese Bemühungen gelohnt zu haben. jud