Die ältesten MessdienerFreitag, 18. Mai 2012

Kaum zu glauben: Diese würdigen Walstedder Herren sind – Messdiener. Foto: Wiesrecker ; ;

WALSTEDDE Weil es den jungen Messdienern wegen des langen Schulunterrichts am Nachmittag immer schwerer fiel, pünktlich zu Beerdigungen zu erscheinen, haben sich einige Walstedder eine ganz besondere Lösung einfallen lassen: Senioren übernehmen den Messdienst und entlasten damit die Walstedder Messdienerschaft.

Mit gerade einmal zwei Mann fing damals, vor neun Jahren, alles an, als Bernhard Barkholt und Heinz Sander wegen einer Anfrage des damaligen Pfarrers August Oberwies den Seniorenmessdienerdienst ins Leben riefen. Im Laufe der Jahre sind immer mehr freiwillige Helfer hinzugekommen. Theodor Schulze-Berge, Helmut Winterscheid, Anton Stricker, Hermann Schauf, Karl-Heinz Middendorf, Willi Meise, Bernhard Barkholt und Alfred Berkemeier heißen die acht Herren im Alter von 53 bis 78 Jahren, die zurzeit zum Team gehören. Eine Einführung in den Messdienerdienst war dabei in den meisten Fällen nicht notwendig. „Viele von uns waren früher selbst einmal Messdiener, also sind wir im Grunde genommen nur wieder rekrutiert worden“, meint Barkholt schmunzelnd.

Weihwasser

Bei Beerdigungen übernehmen die Senioren dann die traditionellen Aufgaben der Messdiener. Dazu gehört etwa, das Kreuz, die Leuchter oder das Weihwasser zu tragen. Während der Messe unterstützen die Messdiener-senioren den Pastor bei der Gabenbereitung und erledigen die „üblichen Messdienerhandgriffe“. Danach führen sie mit dem Kreuz den Trauerzug auf dem Weg zum Friedhof an.

„Doch das Amt des Messdieners hat noch eine viel größere Bedeutung“, weiß auch Pfarrer Matthias Hembrock. Durch die Anwesenheit der Messdiener werde demonstriert, dass die ganze Gemeinde für die Bestattung zuständig ist. „Wir Christen sind dazu verpflichtet, die Toten würdig zu bestatten, und wenn Gemeindemitglieder diese Aufgaben ehrenamtlich übernehmen, entspricht das dem Grundsatz einer Gemeinde“, so Hembrock. Kurz gesagt, die Messdiener geben der Bestattung einen feierlichen Rahmen. „Ohne sie würde sich ein ärmliches Bild ergeben“, weiß der Pfarrer.
Wer wann den Dienst übernimmt entscheidet sich immer ganz spontan. „Zuerst hat das Pfarrbüro die Termine koordiniert, seit 2007 kümmere ich mich darum“, erklärt Mitinitiator Barkholt.
 
Gute Organisation

Es gebe keine bestimmte Reihenfolge, nach der die Senioren den Messdienerdienst verrichten. Wer Zeit hat, der komme. „Durch die gute Organisation von Bernhard Barkholt gibt es trotz der kurzfristigen Termine aber keinerlei Probleme“, betont Willi Meise.

Pfarrer Hembrock sieht in den acht Senioren ganz „wertvolle Menschen“.  Beerdigungen ließen sich nun einmal nicht planen, und da sei es wichtig, auf zuverlässige Personen zählen zu können. „Sie stehen immer bereit, sind immer verfügbar“, so der Geistliche. Er weiß  das Ehrenamt der Männer zu schätzen. Es sei stets schwierig, Menschen zu finden, die sich für eine Aufgabe über mehrere Jahre hinweg verpflichten. Ganz ungewöhnlich ist es übrigens nicht, dass in Walstedde Senioren die Dienste von Ministranten übernehmen. Es gibt dieses Arrangement vereinzelt in der gesamten Diözese Münster, zum Beispiel in Sendenhorst und Albersloh.
Wer sich dafür interessiert, die acht Männer bei ihrem Dienst zu unterstützen, kann sich bei Bernhard Barkholt,  Tel. (0 23 87) 412 oder bei Willi Meise unter (0 23 87) 402 melden.  jud

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Beitrag von: Judith Wiesrecker
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