Zuckersüße KunstSamstag, 16. Dezember 2017

Sarah-Joan Kleps liebt ihr Hobby, bei dem sie höchst kreativ zu Werke schreitet. Foto Nitsche

ASCHEBERG Langsam bahnt sich die dunkle Schokolade den Weg über den braunen Untergrund und entwickelt dabei ganz eigene Muster. Ab und zu hilft Sarah-Joan Kleps mit dem Löffel vorsichtig nach und lenkt die warme Flüssigkeit so in gewollte Bahnen.

Sie hat schließlich schon ein festes Bild im Kopf. Ein Bild davon, wie ihr fertiges Torten-Werk aussehen soll. Und damit das so ist, muss wirklich alles passen. Nur leider kann die Mischung aus Kuvertüre und Rahm (Ganache) dabei durchaus auch einmal eine Eigendynamik entwickeln. „Wenn sie zu heiß ist, dann läuft‘s zu schnell und nicht so wie ich es will“, erklärt Kleps. In diesem Falle jedoch hat ihre Ganache die passende Temperatur und läuft genauso, wie die Hobby-Bäckerin es sich vorstellt.

Tortenbacken, das ist die erklärte Passion der Aschebergerin. Neben Mama sein und Beruf, „ein schöner Ausgleich“, sagt sie. Doch ihr Hobby ist zeitaufwendig. Für eine ausgefallene Motivtorte benötigt die Hobby-Bäckerin einen ganzen Tag. Denn es sind viele einzelne Schritte nötig, die letztendlich zu dem großen Ganzen führen. Die Torten, die Kleps kreiert, sind dabei schon mehr als nur ein Kuchen. Es sind Kunstwerke und zwar welche mit kulinarischem Hochgenuss. So wie die Einhorntorte, die sie für die Tochter einer Freundin gebacken hatte, als diese Geburtstag hatte. Oder die Hochzeitstorte, die sie gerade für Freunde in der Mache hat, und die durch die Farben Schokobraun und weiß besticht.Ihr Hobby hat Kleps sich angeeignet. Inspiriert durch ihre Kinder.

Erste Versuche

Der Weg jedoch war lang vom anfänglichen Versuch bis zum perfekten Resultat. „Meine erste Motivtorte war ein echt grottiger Hello-Kitty-Kopf, schön war das nicht“, gibt sie zu. Aber Kleps hat sich nicht unterkriegen lassen. Immer wieder hat sie an den Bildern in ihrem Kopf gearbeitet, um sie in perfekte süße Kunstwerke umzusetzen. Kunstwerke auf die sie stolz ist, und die von einem hohem Maß an Kreativität zeugen. die Aschebergerin hat ein künstlerisches Händchen. „Das liegt vielleicht daran, dass mein Papa Bildhauer ist“, sagt sie und lacht, während sie ein wenig Zartbitterschokolade auf das Haupt eines gebackenen Rührteigbodens träufelt.

Der Grundstock ihrer Torte besteht aus drei Rührteigböden. Jeder ist in sich geschichtet und mit Kinderschokoladen-Ganache gefüllt. Doch die drei Etagen müssen miteinander verbunden werden. „Und das funktioniert am besten mit heißer Schokolade.“ Im Prinzip besteht ihre Torte aus drei unterschiedlich großen, in sich geschichteten Böden. Sauber gebacken und ordentlich mit Ganache eingestrichen. Denn der Fondant (Zuckermasse), der in weiteren Schritten aufgebracht wird, verzeiht keine Fehler. Kleps benötigt Hilfsmittel, und da bedient sie sich durchaus auch welcher aus der Kunst, wie beispielsweise Modellierwerkzeug. Ebenso kommt ein Skalpell zum Einsatz. Die Hobby-Bäckerin arbeitet konzentriert, wirkt dabei jedoch völlig entspannt. Sie geht ihrer Tätigkeit mit Herzblut nach. Und mit festem Plan, der seinen Auftakt jeweils mit dem Backen nimmt. Während der Auskühlphase formt sie aus Fondant schon einmal Figuren und Motive, die anschließend einen Platz auf der Torte finden. Anfangs hat sie sogar das notwendige Fondant selber hergestellt. Heute greift sie auf fertige Fondantplatten zurück, die sie so formt, wie sie sie haben will. Zum befestigen der Motive nimmt sie einen speziellen Zuckerkleber.

Kleine Patzer

Sie hat sich alles selbst beigebracht und dabei auch gelernt, wie man Fehlstellen ausgleicht. „So kleine Schokoladen-Patzer“, zeigt sie auf einen winzigen Punkt, der so eigentlich niemanden auffallen würde, „den lasse ich hinter einer Rose verschwinden“, bringt sie eine Fondantrose an. Fingerspitzengefühl, das richtige Augenmaß und vor allem Spaß, sind die Hauptzutaten für ihre gelungene Arbeiten. Das Schönste bei diesem Hobby, „das sind die leuchtenden Augen, wenn ich meine Torten verschenke, das ist dann auch der größte Dank“.

Mittlerweile ist ihre Torte fast fertig. Sarah betrachtet ihr Werk und verziert eine dunkle Schokoträne mit einer silbernen Perle. Das i-Tüpfelchen auf dieser besonderen Schokotorte.

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Beitrag von: Tina Nitsche
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